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OPAL

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Trassenbefahrung der Erdgastrasse OPAL - ein Bericht von Olaf Münchow

Trasse - Gestern und Heute

Gestern: „Komatsu“ Raupen fressen sich durch das Land. Mit ihren riesigen Schildern schieben sie Mutterboden in großen Wällen vor sich her. Trassenvorbereitung nennt man das. Verfolgt werden sie von einer nicht enden wollenden Rohrschlange die sich durch das Gelände zieht, Kilometer um Kilometer

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In Handarbeit wurde diese Schlange durch Spezialisten der DDR zusammen geschweißt. Später wird diese Rohrschlange, in einem Rohrgraben der zuvor mit Baggern ausgehoben wurde, für alle Ewigkeiten versenkt.

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Ein Jahrhundertbau an dem mehr als 20.000 DDR-Bürger arbeiten. Wir sind in den Jahren 1982- 1993.

Im Rahmen eines RGW – Projektes werden durch die DDR in der ehemaligen UdSSR Rohrleitungen an der Erdgasleitung Urengoi – Ushgorod verlegt. Gebraucht wird diese Gasleitung um den immer größer werdenden Energiebedarf in Europa zu decken. Riesige Gasfelder in den Weiten Sibiriens werden dies über mehrere Jahrzehnte garantieren. Mehrere Hundert Kilometer von Rohr werden verlegt sowie Verdichterstationen, Schulen, Wohnungen usw. in all den Jahren von den DDR – Monteuren erbaut. Ein riesiger Kraftakt nicht zuletzt wegen der klimatischen Verhältnisse. Im Winter bis zu 40 Grad unter null, Metertiefer Permafrostboden der im Frühjahr auftaut und zu einer riesigen Schlammschlacht ausartet. Eine Tortur für Mensch und Technik die oft an ihre Grenzen stoßen.

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Heute: Wieder wälzt sich eine Rohrschlange durch das Land. Dieses Mal in Deutschland im Brandenburgischen. Wir befinden uns in der Nähe von Angermünde im Jahr 2010. Genauer gesagt ist es der 17.09.2010. Ort des Geschehens ist die OPAL (Ostseepipeline Anbindungsleitung) eine Gasleitung die von Lubmin an der Ostsee nach Olbernhau im Erzgebirge verlegt wird. Auch diese Leitung dient nach der Fertigstellung der Sicherung des Energiebedarfes West – und Osteuropäischer Länder.

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von links: M.Buhrts, R.Jäger, G.Tebbin, B.Neumann, P.Heinel, F.Rau           Vorn: O.Münchow, M.Richter

Einmal Trassenerbauer – immer Trassenerbauer!

Die Möglichkeit eine „Trassenbefahrung“ zu unternehmen wurde begeistert aufgenommen. Noch einmal an einem Rohr stehen, sehen wie dieses zu einer unendlichen Länge zusammenwächst, dass wollten wir uns nicht entgehen lassen. Empfangen werden wir, 7 ehemalige Trassenbauer unterschiedlicher Gewerke, von Herrn Rau (Projektingeneur), Herrn Neppe (Bauleiter) sowie Herrn Nicklisch (Schweißaufsicht) von der Firma Wingas Transport GmbH Kassel. Erste Informationen über Größe und Umfang der OPAL erhielten wir bei einer kurzen Einweisung. Danach wurden folgende Gewerke von uns besucht:

Vorbau, Absperrstation, Kolonne Grabenauf, Pressungen, Verbindungskolonne, Rohrabsenkung

Gewerk Vorbau

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In den Achtziger Jahren noch Handarbeit, werden die Rohre heute beim Gewerk Vorbau automatisch verschweißt. Ebenfalls neu für uns, dass vorwärmen der Rohre per Induktionsspannung.

Absperrstation:

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Während unseres Rundganges wurden durch Herrn Neppe, Niklisch und Rau überaus interessante Einblicke in die heutigen Arbeitsabläufe vermittelt. Schnell konnten wir feststellen, dass sich diese nicht geändert haben, sehr wohl aber die Technik.

Kolonne Grabenauf

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Beeindruckend die Größe des Löffels mit dem der Aushub des Rohrgrabens erfolgte. Ebenso beeindruckend die Bedingungen unter denen in der Uckermark gearbeitet wurde. Tage – und wochenlanger Regen verwandelte den Lehmboden in eine einzige Schlammwüste, vergleichbar mit dem aufgetauten Permafrostboden im Ural.

Da konnten wir nur den Helm ziehen vor der Leistung der Pipelinebauer!!

Pressung der Oder-Havel Wasserstraße

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Nächste Station unserer Befahrung war die Querung der Oder – Havel Wasserstraße. In einer riesigen Baugrube von 10 m Tiefe welche durch Spundwände gesichert ist, wird mit Hilfe von Fräsen und hydraulischen Stempeln die Pressung vorangetrieben.

Vorletzter Stopp unserer Befahrung war die Verbindungskolonne.

Hier werden Passgenaue Stücke in den bereits vorgebauten und verlegten Rohrstrang eingesetzt und per Hand verschweißt. Unsere Spezialisten schauten diesen Kollegen besonders auf die Finger.

Verbindungskolonne

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Höhepunkt und krönender Abschluss unserer OPAL – Besichtigung war die Rohrverlegung.

Rohrverlegung

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Wer einmal im Pipelinebau gearbeitet hat, weiß welch Anblick sich einem bietet. Immer wieder faszinierend wie sich ein Strang aus Metallrohren elastisch biegt und langsam in den Rohrgraben eingelassen wird. Später in einigen Wochen, wird nicht mehr viel daran erinnern, dass hier mal eine bedeutende Baustelle war. Ca. 2 Meter unter der Erde verläuft eine Gasleitung deren Größe und Ausmaß nicht mehr erkennbar sein wird.

Der Besuch für uns ein unvergessliches Erlebnis. Mit Herzklopfen haben wir diese Befahrung in allen Zügen genossen. Tief in unserem Innern wurde dieser Stolz, den wir damals in den Achziger Jahren bei unserer Arbeit in den Weiten Russlands empfanden, wieder wach.

Nach über 20 Jahren waren wir noch einmal Hautnah dabei, beim Pipelinebau!

Abschließend möchten wir uns bei Herrn Rau bedanken, der uns offiziell als Vertreter der Fa. WINGAS Kassel begleitete.

Ein herzliches Dankeschön an Herrn Neppe und Herrn Nicklisch die jede Frage beantworteten und uns über die Baustellen begleiteten.

Danke sage ich auch den Mitarbeitern der Servicehotline für ihre Auskünfte.

Olaf Münchow

Nov. 2010

Aufnahmen: R. Jäger, O. Münchow, M. Richter

Hier der Bericht zum Download!